Category: Deutsch

  • Andere Länder, andere Sitten

    Тext: Nicola Sieverling (redaktion@hamburger-wirtschaft.de)

    Foto: Stefan Malzkorns (www.facebook.com/MalzkornsRocknroll)

     

    Selbstständigkeit

    International, weiblich, selbstständig: Gründer mit ausländischen Wurzeln, darunter viele Frauen, sind eine wichtige Stütze der Wirtschaft. Doch der Weg zum eigenen Unternehmen ist nicht immer leicht. Die Handelskammer baut ihr Angebot für Migranten deshalb aus.

    Der Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt wurde Elena Stroiakovski alles andere als leicht gemacht. 1992 kam sie mit ihrem Ehemann, einem Unternehmer, aus Moskau nach Hamburg. Eigentlich wollte sie in der Hansestadt als Programmiererin arbeiten. So, wie in ihrer Heimat auch. Doch Stroiakovski bekam weder eine Arbeitserlaubnis noch einen geförderten Sprachkurs.

    Was sie nach ihrer Ankunft in Deutschland am meisten vermisste? Russischsprachige Informationen! Und zwar Informationen über Hamburg, die Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen in der Stadt sowie über wichtige Anlaufstellen, beispielsweise bei konsularischen oder juristischen Problemen. Deshalb wurde aus der Computerexpertin vor 15 Jahren eine Verlegerin. Im Jahr 2000 gründete sie die Informbüro Verlag GmbH und gestaltete – zunächst am heimischen Computer – ein achtseitiges Heft. „Bei uns in Hamburg“ heißt es. Mittlerweile ist das kostenlose Magazin 48 Seiten dick und erreicht monatlich mehr als 30000 russischstämmige Leser im Großraum Hamburg.

    Elena Stroiakovski zählt zu den 16,5 Millionen Menschen in Deutschland, die einen Migrationshintergrund haben. Dazu gehören laut Definition des Statistischen Bundesamts alle, die nach 1950 in die Bundesrepublik eingewandert sind sowie deren Nachkommen. Allein im ersten Halbjahr 2014 kamen 667 000 Personen nach Deutschland; 78 Prozent davon hatten einen europäischen Pass.

    Es sind diese Zuwanderer, die zunehmend zu einem wichtigen Motor der deutschen Wirtschaft werden. Denn laut demGründungsmonitor der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat bereits jeder fünfte Gründer hierzulande ausländische Wurzeln. „Die Gründungsneigung unter Migranten ist damit etwas stärker als in der Bevölkerung insgesamt“, Neigung, sich selbstständig zu machen und dabei auch Arbeitsplätze zu schaffen, stellen Migranten eine tragende Säule des Gründungsgeschehens in Deutschland dar.“ Laut der KfW sind zudem 34 Prozent der Gründer mit Migrationshintergrund Frauen.

    Nach einer Analyse der Handelskammer Hamburg hatten Ende 2013 mehr als 21400 bei der Kammer gemeldete Gewerbetreibende einen ausländischen Pass. Auch woher diese Unternehmer stammen, wurde untersucht. Das Ergebnis: Über 5700 stammten aus dem benachbarten Polen, fast 2700 aus Bulgarien und knapp 2500 aus der Türkei.

    Doch der Lust auf das Unternehmertum folgt im Alltag oft Frust. 30 Prozent aller Existenzgründer in Deutschland scheitern laut KfW innerhalb von drei Jahren. Bei Migranten beträgt die Abbruchquote 39 Prozent. Gründe dafür sind unter anderem Finanzierungsschwierigkeiten, Sprachbarrieren und die deutsche Bürokratie. Außerdem sind Gründer mit ausländischen Wurzeln oftmals jünger, unerfahrener und risikofreudiger.

    Diese kritischen 36 Monate hat Maria Marquardt mittlerweile überstanden. Als eine von wenigen Frauen verdient sie ihr Geld im Hafen. 2011 hat die Polin die Firma Maria Shipping gegründet und verschifft vor allem Fahrzeuge von Hamburg aus nach Afrika, Südamerika und in den Nahen Osten.

    Zu ihrem eigenen Unternehmen kam Marquardt über viele Umwege. 1991, also lange bevor auch die Polen die Vorzüge der Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der Europäischen Union genießen konnten, kam sie als alleinerziehende Mutter mit ihrer zweijährigen Tochter aus einem Dorf in Pommern nach Hamburg. Arbeit fand die gelernte Bürokauffrau zunächst im Schlachthof, später in der Exportabteilung einer Spedition.

    Nachdem ihr Chef das Unternehmen verkaufte, gründete sie ihre eigene Spedition – ohne Kredit und zunächst auch ohne einen einzigen festen Kunden. „Ich wollte beweisen, dass ich es als Frau in einer rauen Männerwelt schaffen kann“, erklärt die heute 50-Jährige ihre Motivation. „Ich habe auf der untersten Stufe angefangen und mich Schritt für Schritt nach oben gearbeitet.“

    Da der Weg zum eigenen Unternehmen eben nicht immer leicht ist, unterstützen diverse Einrichtungen Migranten bei der Gründung. Dazu gehören unter anderem das Hamburg Welcome Center, der Verein Unternehmer ohne Grenzen, die Fachstelle Migration und Vielfalt von Arbeit und Leben Hamburg sowie die Handelskammer. Beim monatlichen Sprechtag der Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migranten im Gründungszentrum erhalten Zuwanderer Unterstützung bei allen Fragen rund um das Thema Selbstständigkeit.

    Zudem entsteht bei der Handelskammer gerade eine eigene Abteilung, die sich um die Belange migrantischer Unternehmen kümmern wird. „Damit wollen wir gezielt die Bestandsfähigkeit migrantischer Gründungen, bestehender Unternehmen und deren Ausbildungsfähigkeit steigern sowie bestehende Initiativen vernetzen“, sagt Bernd Reichhardt, Leiter des Geschäftsbereichs Unternehmensförderung und Existenzgründung bei der Handelskammer.

    Doch was lockt Migranten eigentlich gerade in die Hansestadt? „Hamburg ist eine weltoffene Stadt, mehr noch als München oder Berlin. Multikulti gibt es nur hier“, sagt Maria Marquardt. Auch die Verlegerin Elena Stroiakovski schätzt das „kosmopolitische Flair“. Besonders die kulturelle Vielfalt mit vielen russischen Einflüssen in Musik, Theater und Literatur hat ihre Entscheidung für Hamburg beeinflusst. Außerdem schätzt sie den geschäftlichen und privaten Austausch in ihrer russischen Community, vor allem in der Russisch-Deutschen Handelsgilde.

    „Meine Autoren und ich sind in Hamburg verliebt“, betont die 62-Jährige Stroiakovski. „Wir schauen mit russischen Augen auf die Stadt.“ Ihr Urteil nach 23 Jahren: „Die Hamburger sind zurückhaltend, aber ohne Vorurteile.“ Eine Umfrage der Bertelsmann Stiftung zur Willkommenskultur in Deutschland im Januar ergab, dass sich 68 Prozent der Migranten hierzulande willkommen fühlen. Auch sechs von zehn Deutschen sind der Meinung, dass Zuwanderer in der Bundesrepublik freundlich empfangen werden.

    Das ist eine Einschätzung, die Esin Rager nicht uneingeschränkt teilen kann. „Ich werde oft verdutzt angeschaut, wenn ich von meinem Teehandel erzähle“, erzählt die Tochter eines türkischen Diplomaten und einer deutschen Erzieherin. Im Jahr 2002 hat sie die samova GmbH & Co. KG gegründet, um das ihrer Meinung nach angestaubte Image des Tees aufzupolieren. Ihre in Hamburg hergestellten Teemischungen verkauft sie längst nicht mehr nur in Deutschland, sondern auch in Asien und im arabischen Raum.

    „Frauen mit ausländischen Wurzeln müssen mehr als andere erklären und sich beweisen, bevor ihnen eine Tür geöffnet wird“, sagt die 46-Jährige. Türkinnen machen sich in den Köpfen vieler Menschen eben eher mit einer Schneiderei selbständig. Vorurteile sind Rager in Hamburg besonders bei Verhandlungen mit Banken begegnet. Andererseits betont sie aber auch: „Mir haben gerade ältere Unternehmer als Mentoren geholfen, die das Engagement jüngerer Frauen zu schätzen wissen. Sie haben mich in vielen Fragen ohne großes Aufheben beraten.“

    Wer selbst mit mehr oder weniger offenen Armen in einem fremden Land empfangen wurde und mit wenig angefangen hat, gibt auch gern. Maria Marquardt beispielsweise unterstützt Pallottiner-Schwestern, die in Kamerun ein Waisenhaus führen. Und Esin Rager fördert junge Menschen mit Migrationshintergrund, die wie sie in Billstedt leben. Sie ermöglicht ihnen als Praktikanten in ihrer Firma samova den Start ins Berufsleben. Diese Art von Starthilfe brauchen Jugendliche mit Migrationshintergrund auch. Denn laut einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung unter ausbildungsberechtigten Betrieben bilden lediglich 15 Prozent von ihnen aktuell Jugendliche mit Migrationshintergrund aus. 60 Prozent haben sogar noch nie einen Azubi mit ausländischen Wurzeln eingestellt.

     

    Veranstaltung

    Der nächste Sprechtag der Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migranten findet am 22. April ab 14 Uhr im Gründungszentrum der Handelskammer statt. Anmeldungen sind möglich bei Sabine Pilgrim (sabine.pilgrim@hk24.de, Telefon 36138-787). Weitere Informationen dazu sind abrufbar unter www.hk24.de, Dokument-Nr. 99405. Eine Übersicht über das gesamte Beratungsangebot des Gründungs- zentrums finden Sie unter www.hk24.de, Dokument-Nr. 312

     

    Magazin der Handelskammer Hamburg  Ausgabe 04/2015

    www.hamburger-wirtschaft.de/pdf/042015/index.html#12/z


  • Wonach ein Russe in Hamburg dürstet

    Eine Zeitschrift für russischstämmig Hamburger: „Bei uns in Hamburg“

    Gibt es etwas typisch Russisches, das ein russischstämmiger Bürger in Hamburg sehr vermissen könnte? Pfeilschnell die Antwort von Elena Stroiakovski: „Informationen!“ Das, wonach sie in ihren ersten Jahren in Hamburg gedürstet hatte, waren verständliche Informationen.
    „Ich bin Programmiererin von Beruf“, erklärt sie, „ich habe immer mit großen Datenbanken zu tun. Informationen zu sammeln und in anderer Form herauszugeben, ist für mich das Wichtigste“.

    Seit Januar 1992 lebt sie in der Elbmetropole. Die Wege der Menschen, die sich in Hamburg integrieren, fand sie schon immer interessant. Als sie irgendwann ein Informationsblatt in die Hand bekam und erfuhr, dass man so etwas am eigenen Computer herstellen kann, machte sie sich sofort ans Werk: Eine Zeitschrift mit verständlichen Informationen in russischer Sprache.

    Das ist rund zehn Jahre her. Von Anfang an heißt das Heft „Bei uns in Hamburg“ und seit Beginn an erscheint es monatlich. Zunächst mit acht Seiten und einer Auflage von 1.000 Stück, dann zwei Ausgaben mit zwölf Seiten, dann 16 und inzwischen 48 Seiten mit einer Auflage von 10.000 Exemplaren. „Immer wenn Geld durch die Werbung kam, habe ich das in die Zeitschrift investiert“, sagt sie und erklärt, dass sie russische Jüdin sei.
    Die Zeitschrift gibt es kostenlos an rund 90 Auslegeplätzen im Großraum Hamburg. Zusätzlich unter dem gleichen Namen im Internet.

    Auf russische Denkart einen Steuerberater finden
    Was macht die Zeitschrift so beliebt? „Selbst wenn man deutsch gelernt hat, ist es natürlich viel bequemer, Informationen auf Russisch zu bekommen. Insbesondere ältere Leute freuen sich, wenn sie sagen können, ‚ich habe da etwas gelesen …‘“, weiß Stroiakovski. Außerdem hat die Programmiererin die Themen nach Oberbegriffen sortiert, nach denen ein Russe suchen würde, denn der Weg, wie Russen sich informieren, die Begriffe für Rubriken seien etwas anders. „Zum Beispiel in den Gelben Seiten etwas zu finden, finde ich kompliziert“, sagt sie. Wer also auf russische Denkart einen Arzt, einen Steuerberater oder ein Geschäft mit russischen Spezialitäten sucht, braucht sich in der Zeitschrift „Bei uns in Hamburg“ nicht das Hirn zu zermartern. Doch vor allem ist es für die Leser wertvoll, dass sie mit den gefundenen Inserenten russisch sprechen können. „Besonders bei einem Rechtsanwalt ist das sehr wichtig“, betont Stroiakovski.

    Mit ganz viel Liebe
    Selbstverständlich ist die Zeitschrift nicht bloß eine Art Branchenbuch mit russischsprachigen Geschäftsleuten. „Bei uns in Hamburg“ informiert über Veranstaltungen, stellt Museen und Sehenswürdigkeiten vor, erzählt von Hamburgs Geschichte, beleuchtet aktuelle politische und wirtschaftliche Themen und bietet für das alltägliche Leben in Hamburg nützliche Hinweise wie die Adressen der Rechts- und Verbraucherberatung.

    „Wir erzählen über Hamburg ganz schöne Sachen. Wir erzählen die Integrationsgeschichten russischstämmiger Hamburger. Wir erklären deutsche Begriffe“, zählt die Chefredakteurin weiter auf. Sogar Plattdeutsch wird erklärt, etwa: „Moin, Moin!“

    Was sie über Hamburg schreiben, das sei mit ganz viel Liebe, sagte mal ein deutscher Russischlehrer. Vielleicht liegt es daran, dass die Chefredakteurin Stroiakovski und ihre Mitarbeiter sich in Hamburg sehr wohl fühlen. „Wir sind wirklich zufrieden“, bekräftigt sie.

    Heike Soleinsky / The Epoch Times Deutschland
    Foto: Juri Buterus/ www.fotojura.de

  • Glückwünsche von Herrn Olaf Scholz

    Zum zehnjährigen Jubiläum gratuliere ich «Bei uns in Hamburg» ganz herzlich. Bereits seit vielen Jahren kenne und schätze ich die Zeitschrift. Ich finde es wichtig, dass «Bei uns in Hamburg» den russischsprachigen Bürgerinnen und Bürgern Hamburgs ein Forum bietet, in dem verschiedene Themen aufgegriffen werden. Für die weitere Arbeit wünsche ich «Bei uns in Hamburg» und seinen engagierten Machern alles Gute und weiterhin ein gutes Gespür für die Themen, die interessieren.

    Olaf Scholz,

    Mitglied des Deutschen Bundestages.

  • Sind wir reif… (?)

    Sind wir reif… (?)

    titelt eine bundesweite Tageszeitung und bezieht sich auf einen überfälligen und doch so naheliegenden Schritt. Neben der Symbiose aus Print- und Onlinemedium und der Auseinandersetzung mit deren Wechselwirkung geht es hierbei auch um ein Stück Luxus. Den Luxus etwas Gedrucktes aus Papier in der Hand zu halten und die Wertschätzung redaktioneller Arbeit.

    Eine andere Art von Luxus genießen unsere Leser. Die Rede ist von leicht zugänglicher und fassbarer Information in präferierter und gewohnter Form, einem Impulsgeber für Seelenverwandte und gleichzeitig der Begeisterungskraft für all die, deren bloße Teilnahme erst mit uns ermöglicht wird.

    Unter dieser Überschrift sind wir nun seit mehr als 10 Jahren erfolgreicher Bestandteil dieser Idee mit hoher Affinität  und bringen monatlich die Zeitschrift „Bei uns in Hamburg“ heraus  – 48 Seiten in russischer Sprache – kostenlos und leicht erreichbar und damit seit einem Jahrzehnt aus der Mediennutzung der 120.000 russischsprachigen Hamburger nicht mehr wegzudenken.

    Die Gründe hierzu sind so vielfältig wie das multikulturelle Gesicht Hamburgs. Zahlreiche Menschen freuen sich jeden Monat aufs Neue über eine aktuelle Ausgabe von „Bei uns in Hamburg“. Für diejenigen, deren Alltagsleben problemlos im deutschsprachigen Umfeld stattfindet, ist es eine Art persönlicher Luxus, für andere ein Schatz den man bewahren möchte; die eigene sprachliche Identität, die im neu Geschöpften ihren notwenigen Platz verteidigt und verdient.

    Für wieder andere ist es ein Bindeglied, die Brücke, die den engagierten und interessierten Hamburgern mit russischen Sprachwurzeln das Teilhaben und Miterleben der gesellschaftlichen Ereignisse unserer Gegenwart erleichtert und gleichzeitig die kulturelle Geschichte und die spannende Historie der Metropole, in der wir leben, nahebringt. Unsere Leser schätzen Hamburg und möchten das Leben in der Hansestadt genießen. Sie finden mit uns eine Perspektive, die den Facettenreichtum ihrer Wahrnehmung spiegelt und erweitert. Unsere Autoren lieben es wiederrum, den Leser an die Hand zu nehmen und ihn durch Hamburg zu führen, Events und Veranstaltungen vorzustellen, Museen und Ausstellungen bekannt zu machen und bekannte russische Gastauftritte willkommen zu heißen.

    Pragmatische Fragen des Alltages, wie Rechtsberatung und Anlaufstellen für Verbraucher sind ebenso Themen wie besondere politische Ereignisse, die unser Zusammenleben beeinflussen oder wirtschaftlichen Angelegenheiten, die das verzahnte und verwobene Wirtschaftsleben in Hamburg spiegeln und bei deren Erläuterung und Weiterentwicklung wir behilflich sind. Laut Handelskammer Hamburg florieren ca. 300 „russische“ Firmen in Hamburg deren Erfolgsgeschichten wir in einigen Fällen initiiert und begleitet haben.

    Nicht außer Acht zu lassen sind die zahlreichen Werdegänge, Verdienste und Geschichten einiger russischstämmigen Hamburger, die wir durch Reportagen und Interviews nahebringen. So z.B. die Schülerin Katja, die einen renommierten Autorenwettbewerb gewann und über ihre Schulerfahrung berichtet oder der kürzlich zugezogene Schwergewichtsboxer, der seine ersten Monate in Deutschland und vor allem Hamburg schildert und den Lesern ein Gefühl der Vertrautheit vermittelt.

    „Bei uns in Hamburg“ informiert, integriert und verkündet mit Gewissheit: – „Wir sind reif!“.

    Reif für eine russischsprachige Zeitschrift, die den Lesern das Leben in dieser spannenden Großstadt näherbringt und sie auf eine Art und Weise zur Partizipation einlädt, die als Bindeglied zwischen den Kulturen fungiert und sich ganz einfach und schlicht umschreiben lässt als „pures Leben“ – kulturell, wirtschaftlich- und hanseatisch.

    Unsere Publikation finanziert sich zu 100% durch Werbeeinnahmen hat eine Auflage von über 10.000 Exemplaren und die große Aufmerksamkeit und Hingabe unserer Leser, die sogar ältere Ausgaben des Magazins aufbewahren und sammeln, bietet unseren zahlreichen deutschen Werbepartnern ein großes Potenzial neue Käuferschichten anzusprechen.

    „Nach 10 Jahren, da hast du es geschafft!“, kursiert als Weisheit unter vielen der Hamburger, für die Deutschland eine neue Heimat darstellt. „Dann bist du reif“, wird oft hinzugefügt – dem  pflichten wir bei und möchten diesen Reifeprozess mit unseren Erfahrungen begleiten und unterstützen. Mit unserem zehnjährigen Jubiläum laden wir Sie herzlich ein unsere Zeitschrift im Web zu entdecken, zu begleiten und mitzugestalten!

    Text: Nikita Taran

  • Anwalt Russlands…

    Anwalt Russlands – Bundeskanzler a.D. Gerhard Schröder  am Deutschen Historischen Institut  Moskau
    Bundeskanzler a.D. Gerhard Schröder sprach am 17. Mai 2010 am Deutschen Historischen Institut in Moskau, der Titel der vierten Bucerius Lecture „Deutschland, Europa und Russland – eine Partnerschaft für Frieden und Sicherheit“.
    Das Deutsche Historische Institut leiste „einen wichtigen Beitrag zur Vertiefung der Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern“, so Schröder. Die Gründung des DHI Moskau auf Initiative der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung und der ZEIT-Stiftung 2005 fiel in seine Amtszeit und wurde von der Bundesregierung aktiv unterstützt.

    Dass Angela Merkel an den Feierlichkeiten zum 65. Jahrestag des Kriegsendes in Moskau teilnahm, sieht Schröder als ein bedeutendes Zeichen der Aussöhnung zwischen Russland und Deutschland. „Aus dem Gedenken an das Kriegsende erwächst gerade für uns Deutsche eine Verpflichtung: Für eine engst mögliche Verbindung zwischen Europäischer Union und Russland einzutreten.“ Schröder plädierte für einen fairen Umgang mit Russland, das – ohne demokratische Tradition – nach 75 Jahren kommunistischer Diktatur noch immer vor großen ökonomischen und politischen Herausforderungen stehe: „Der Weg aus der Kommandowirtschaft in eine freie, demokratischen und marktwirtschaftliche Gesellschaft erfordert Zeit. Dafür ist eine langfristige Ausbalancierung der auseinander klaffenden kulturellen und gesellschaftlichen Erfahrungen notwendig.“

    Schröders Appell, Russland solle im Rahmen einer Assoziierung völkerrechtlich stärker an die EU gebunden werden, forderte das Publikum zu zahlreichen Diskussionsbeiträgen.

    Quelle: “Die ZEIT-Stiftung”